Pfarrei Elisabethszell

Die Geschichte der Pfarrkirche Elisabethszell

 

Nun hatte man in Elisabethszell gemäß Stiftungsurkunde von 1346 begonnen ein kleines Kirchlein fast ganz aus Holz zu errichten, dort wo sich heute der große Parkplatz vor der jetzigen Pfarrkirche befin­det. Desgleichen entstand in unmittelbarer Nähe eine bescheidene Propsteiwohnung ( = kleines Kloster) auf meterdicken Grundmau­ern. In der Propstei wirkten meist vier Benediktinermönche vom Klo­ster Oberalteich, dessen Abt sie auch unterstanden. Ihre Tätigkeit be­stand überwiegend in der Abhaltung der Gottesdienste und im Chor­gebet, jedoch war die Spendung bestimmter Sakramente ausgenom­men. Da die Pfarrei Haselbach ebenfalls dem Kloster Oberalteich gehörte, so bestimmte der Abt, das Kirchlein von Elisabethszell zur Fi­lialkirche von Haselbach. Der Pfarrer von Haselbach war deshalb für die Spendung bestimmter Sakramente allein zuständig. So mußten die Leute von Elisabethszell bei gewissen Anlässen, zum Beispiel zur

Kindstaufe oder Trauung, den weiten und beschwerlichen Weg nach Haselbach antreten. Selbst die Toten mußten zur Beerdigung nach Haselbach gebracht werden, was bei den damaligen Wegverhältnissen gar nicht einfach war.

So ist es auch zu erklären, daß auf dem Altarbild in der Pfarrkirche zu Haselbach das kleine Kirchlein von Elisabethszell abgebildet ist.

Im Jahre 1498 rissen die Paulsdorfer, - sie hatten ihren Stammsitz auf der Burg Falkenfels - das Eigentum der Propstei gewaltsam an sich, vertrieben die Klostermönche und setzten weltliche Priester ein.

Von 1552 ab war die Propstei Elisabethszell 70 Jahre lang gänzlich ohne Priester. Die Äbte von Oberalteich führten zwar wegen der ge­walttätigen Vertreibung der Ordenspriester bei der herzoglichen Re­gierung in Straubing Klage. Der Streit wurde jedoch in die Länge ge­zogen und verlief ohne Erfolg. Erst dem geschäftskundigen und wort­gewandten Abt Veit Höser gelang es, die Gräfin von Schwarzenberg, die Elisabethszell von ihren Vorfahren geerbt hatte, zu bewegen, daß sie dem Kloster gegen eine mäßige Summe den Rückkauf der Prop­steigüter im Jahre 1621 gestattete. Von da an kamen auch wieder die Ordensgeistlichen vom Kloster Oberalteich nach Elisabethszell zurück.

In den nachfolgenden Jahren wuchs die Siedlung Elisabethszell zu­sehends, aber auch das Einzugsgebiet zur Filialkirche Elisabethszell nahm zu. In der „Heckenstaller-Matrikel des Bistums Regensburg von 1782 bis 1787" werden folgende Orte und Weiler, aber auch Einzel­gehöfte, als zur Ecclesia fi lialis Espenze 11 gehörig genannt: Chriseszell, Zierling, Oberunwagen (ein Bauer vorm Wald), Riedl­mühl, Gneißen (Einöden), Vorderfelling, Hinterfelling, Stainach, Ulmhofen, Mayrhof, Puglhof, Pielhof, Kollnberg, Poxberg und Wey­derhof.

Einige dieser Namen von Orten und Einöden haben sich heute ver­ändert, manche sind gänzlich verschwunden.

Im Jahre 1803 wurde die Benediktiner-Abtei und damit auch die Propstei Elisabethszell vom bayerischen Staat unter Minister Graf Monteglas im Zuge der Säkularisation enteignet. Ein Klostersturm

überzog das Land und damit das endgültige Zerbrechen der „Bavaria Sancta".

Kurfürst Max Joseph erhob 1805 Elisabethszell zur selbständigen Pfarrei. Der bayerische Staat mußte wegen der Einziehung der Klo­stergüter die Dotation für diese neue Pfarrei übernehmen und auch die Baulast an den Pfarrgebäuden. Die Propsteiwohnung überließ der Staat der Gemeinde Elisabethszell unentgeltlich für die Errichtung ei­ner Schule.

Da die alte Kirche zu klein und baufällig geworden war, ließ der Staat das Kirchlein abbrechen und die jetzige Kirche in den Jahren von 1834 bis 1837 erbauen. Die Inneneinrichtung der Kirche wurde erst in den Jahren 1870 bis 1875 fertiggestellt. Am 11. Juli 1877 wur­de die neue Pfarrkirche durch Bischof Ignatius von Senestrey feierlich konsekriert.

Zu einer selbständigen Pfarrei gehörte nun auch ein eigener Fried­hof. Diesen errichtete man an Stelle des alten Kirchleins, dessen mächtige Grundmauern inmitten des Friedhofs noch lange sichtbar zu erkennen waren. Dieser Friedhof wurde erst 1967 stillgelegt, da ober­halb des Pfarrhofes ein neuer Friedhof angelegt wurde. In den siebzi­ger Jahren entstand auf dem Gelände des alten Friedhofs der heutige große Parkplatz vor der Pfarrkirche St. Elisabeth.

 

 

 

II. Innenausstattung der Pfarrkirche Elisabethszell

 

 

Der Innenraum der Kirche wurde in den Jahren 1966 und 1967 nach den Gesichtspunkten der Liturgiereform gestaltet. Dabei kamen die drei Altartische aus heimischem Granit zum Vorschein. Das Kreuz im Chorraum stammt vom Bildhauer Mauermann, Weiden (1966). Die Apostelleuchter wurden nach dem Entwurf von Kirchenmaler Weber, Amberg, angefertigt. Die zwölf Apostel, auf Holz gemalt und als Figu­ren geschnitten, sind ländliche Barockschöpfungen des späten 17. Jahrhunderts.

Links über dem Tabernakel steht eine Figur, Maria mit dem Kind. Es ist dies eine Schöpfung aus der spätgotischen Zeit. Über dem rech­ten Seitenaltar ist eine Statue der hl. Elisabeth. Sie ist die Patronin der Pfarrei. Der akademische Bildhauer Jakob Helmer, Regensburg, hat sie 1967 geschaffen.

 

Taufstein und Ambo (mit den vier Evangelistensymbolen) sind aus Granit, angefertigt von Steinmetzmeister Willi Kaiser, Bogen, im Jah­re 1967. An der Decke des Kirchenschiffes mahnen die vier Evangeli­sten mit ihren Symbolen an das Wort Gottes im Neuen Testament.

Die Kirchenfenster sind alle Stiftungen von Einwohnern der Pfarrei und zeigen: (linke Seite von vorne:) hl. Franziska Romana, hl. Mutter Anna, hl. Rosa von Lima - rechte Seite von vorne: hl. Johannes der Täufer, hl. Josef, hl. Eduard. An der rechten Seitenwand ist ein Kreuz mit der schmerzhaften Muttergottes, der hl. Isidor, der hl. Michael und oben auf der Empore die Figur des hl. Franz Xaver

 

Auf der linken Seite befinden sich die Figuren des hl. Leonhard, des hl. Sebastian und des hl. Florian. Das Ölgemälde am Emporenaufgang stellt den heiligen Benedikt hinter einem Tisch stehend dar. Es ist eine einfache Arbeit aus der ersten Hälfte des 17..Jahrhunderts. Das Bild gegenüber - aus der gleichen Hand - zeigt die hl. Scholast ika, die Schwester des hl. Benedikt. Die beiden Figuren neben dem Eingang - Josef und Maria - sind Nazarenerfiguren. An der Rückwand links steht die Figur der hl. Bauernmagd Notburga.

Das große Bild der hl. Elisabeth malte der Bogener Maler F. Merz im Jahre 1793. Die Kreuzwegbilder wurden bei der Renovierung mit einem neuen Rahmen versehen. Gemalt wurden sie im Jahre 1831.

Schlußpunkt der Renovierungsmaßnahmen war 1971 mit dem Bau einer neuen Orgel (16 Register) und der Fertigstellung der Empore. Für seinen persönlichen Einsatz bei der Neugestaltung der Elisa­bethszeller Pfarrkirche und dem Neubau des Schulhause wurde Pfar­rer Josef Groß 1971 zum Ehrenbürger ernannt.

 

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